Vorstellung von korema und SIMU-SQS

Zwei neugenehmigte Forschungsprojekten

korema

Reibgeräusche können eine sehr unangenehme psychoakustische Wirkung auf den Menschen haben, was sich direkt in einer negativen Bewertung der empfundenen Qualität von Kleidung oder Berührobjekten auswirkt. Reibgeräusche können aber auch zu kompletten funktionalen Ausfällen führen. Kontaktpaarungen sind z.B.  Haut zu Stoff, Stoff zu Stoff, Haut oder Stoff zu dritten Kontaktmaterialien.

Ziel des Forschungsprojektes ist es Materialeigenschaften, abgestrahlte Geräusche und psychoakustische Wirkung des Geräusches auf das Empfinden des Menschen zu korrelieren und damit gezielt Produktentwicklung im Hinblick auf die akustische Abstrahlung zu ermöglichen.

Zusätzlich ist die Entwicklung eines Prüfstandes zur Vermessung von Reibwerten und  Reibgeräuschen inbegriffen. Über akustische Parametrierung soll gelingen, dass die Wirkung der Reibgeräusche auf den Menschen in Form eines Störgrades des Reibgeräusches dargestellt werden kann.

Aktuell gibt es auf dem Weltmarkt keine Maschine, die die oben genannten Ziele erfüllt. Die bisherigen Stick-Slip-Prüfstände prüfen lediglich Materialeigenschaften. Bisher war es nicht nötig, auf die von der Maschine selbst abgestrahlten Geräusche zu achten. Die gleichzeitige Erfassung der akustisch abgestrahlten Geräusche ist damit eine neue Dimension.

SIMU-SQS

Im Automobilbau findet eine Vielzahl an Dichtungen ihren Einsatz. Die meisten Dichtungen sind Hohlkammer- oder Lippendichtungen, welche gegen verschiedene Gegenmaterialien, wie lackiertes Blech, Kunststoffformteile oder Glas verbaut werden.

Liegen ungünstige Randbedingungen vor, kann es zu einer Ausprägung des Stick-Slip-Effektes kommen. Dies ist vom Anwender unerwünscht und führt zu einer enormen Kostensteigerung des Automobilherstellers und seiner Zulieferer durch Reklamationsrückläufer.

Im gegenwärtigen Stand der Prüftechnik ist eine reale Abbildung sämtlicher Situationen nicht möglich, diese können jedoch erhebliche Auswirkungen auf das Knarzverhalten haben. Die reale Abbildung umfasst dabei zwei weitere Aspekte. Einerseits variiert der Kontakt zusätzlich durch Fertigungstoleranzen und durch unterschiedliches Verhalten der Kontaktherstellung. Andererseits werden innerhalb des Fahrzeugs die Dichtungen nicht nur in eine Richtung sondern in alle drei Raumrichtungen angeregt.

Ziel ist es, ein mehrachsiges Prüfsystem zu entwickeln, welches es erlaubt, die relevanten Kontaktsituationen automatisch abzubilden und somit die präventive Auswahl an Dichtungen hinsichtlich ihrer Eignung im Fahrzeug zu bestimmen.

Wesentlicher Bestandteil ist neben dem neu zu entwickelten Prüfgerät auch die Prüfmethodik. Kontaktsituationen müssen ermittelt und im Labor realitätsnah nachgestellt werden. Es soll ein Prüfsystem entstehen, welches die wesentlichen Einflussgrößen des reibungsbedingten Knarzverhaltens enthält und die Möglichkeit bietet Abhilfemaßnahmen zur Reduzierung des Verhaltens abzuleiten. Reibungsbedingte Knarzgeräusche sollen mit Hilfe des Systems präventiv verhindert werden.